21.01.2020

Fernlinienbusse seit Januar barrierefrei unterwegs


Fernlinienbusse sind seit 2013 eine günstige Alternative zum Auto oder der Bahn. Seit Januar dieses Jahres sind die Betreiber von Fernlinienbussen verpflichtet, ihre gesamte Flotte barrierefrei und somit für alle Menschen zugänglich und nutzbar anzubieten.  

Dadurch wird nun für Menschen mit Behinderung, vor allem Rollstuhlnutzer/-innen, die Teilhabe und die Mobilität auf allen Strecken der Fernlinienbusse bei allen Busbetreibern gestärkt. 

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., BSK, hat sich von Beginn an dafür eingesetzt, dass in Fernlinienbussen mindestens zwei Plätze für Menschen, die auf ein Hilfsmittel angewiesen sind, vorhanden sind. Dazu hat der BSK die „Meldestelle für barrierefreie Fernlinienbusse“ eingerichtet. Hier können sich unter anderem Fahrgäste mit Behinderung hinwenden, die bereits Erfahrung auf Fernlinienbus-Strecken gemacht haben.  

„Wir würden es begrüßen, wenn möglichst viele betroffene Menschen das Angebot der Fernlinienbusse nutzen und uns im Nachgang ihre Erfahrungen mitteilen“, betont Julia Walter, Mitarbeiterin der Meldestelle und Referentin für Barrierefreiheit beim BSK. Bei Fragen, Probleme oder Anregungen zu den Angeboten hilft die Meldestelle gerne weiter. www.barrierefreifueralle.de (dort unter „Barrierefreie Mobilität“) oder telefonisch: Tel.: 030 814 5268-51

weitere Informationen: Pressemitteilung des BSK (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V.


Quelle:           Pressemitteilung des BSK (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V.)

 

11.11.2019

DB Regio AG investiert 220 Millionen Euro in nicht barrierefreie neue Züge


Jetzt ist es amtlich: 18 Doppelstocktriebzüge KISS, die von der DB Regio AG jetzt bei einem bekannten Triebwagenhersteller bestellt wurden, sind für Rollstuhlfahrer selbstständig nicht nutzbar.  Beim „Runden Tisch für mobilitätseingeschränkte Reisende“ Ende Oktober in Kiel wurden die anwesenden Verbände aus der Selbsthilfe und Wohlfahrtspflege vor vollendete Tatsachen gestellt.
„Wir wurden jetzt darüber informiert, dass diese Züge im Gesamtwert von 220 Millionen Euro nicht barrierefrei und somit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht befahrbar sind“, so Heike Witsch, BSK-Expertin für barrierefreien ÖPNV beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. Bereits im Eingangsbereich der Züge befindet sich eine fest verbaute Rampe mit einer 15-prozentigen Steigung. Für Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis und gefährlich dazu.


Doch nicht genug der Gefahrenquellen: In der Mitte des Eingangs schließt sich eine ebene Wendefläche mit einem Durchmesser von gerade mal 117 Zentimetern, gesetzlich vorgeschrieben sind allerdings 150 cm. Zum Rollstuhlfahrer-Stellplatz führt dann noch einmal eine Rampe mit 15 % Steigung.  Handbetriebene Rollstühle (Aktivrollstühle) können nur in Kippstellung auf den Hinterrädern die Rampen nutzen. Bei der Fahrt auf allen 4 Rädern und bei Elektrorollstühlen ohne verstellbare Fußstützen setzen die Fußstützen auf. „Nicht nur für Rollstuhlfahrer ist diese Konstruktion gefährlich, auch für Fahrgäste mit Rollator, blinde oder sehbehinderte Fahrgäste, Eltern mit Kinderwagen und Fahrgäste mit schwerem Gepäck kann der Einstiegsbereich zur Falle werden“, betont Witsch. Die Einstiegssituation ist bei allen Wagen gleich.


Bei der Sitzung im Oktober haben die anwesenden Verbandsvertreter  von BSK, DMSG, Lebenshilfe, SoVD und VDK vor der Umsetzung der jetzt vorgestellten Pläne gewarnt und Nachbesserungen empfohlen. Lediglich den Einbau eines Hubbodens will der Hersteller prüfen, alle weiteren Vorschläge wurden abgelehnt. „Die DB Regio AG verstößt mit dieser Anschaffung gegen die UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 9, wonach alle geeigneten Maßnahmen zu treffen sind, um für Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen den Zugang zu Transportmitteln zu gewährleisten. Das muss politische Konsequenzen haben“, so Witsch.

 

Quelle:           Peter Reichert
Pressesprecher

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Altkrautheimer Straße 20

 

27.04.2019

Ende des Projektes "Deckel gegen Polio“

Der Verein  "Deckel drauf e. V." wird das Projekt „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ zum 30.06.2019 einstellen.

Nähere Informationen finden Sie unter:

http://www.deckel-drauf-ev.de


 

22.01.2019

Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) :
Verbesserungen in der ambulanten Versorgung ohne flächendeckende barrierefreie Arztpraxen wirkungslos!

 

BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft) SELBSTHILFE begrüßt den Vorschlag zur barrierefreien Ausbauförderung der Praxen seitens des Bunderates sowie die geplante Stärkung des Zugangs von PatientInnen zur medizinischen Versorgung. Sie lehnt aber den erschwerten Zugang zur Psychotherapie sowie Mehrkosten für kieferorthopädische Behandlung ab.

 

Inklusion und damit auch der barrierefreie Zugang zum deutschen Gesundheitswesen ist für alle Unterzeichnerstaaten der UN-Behindertenrechtskonvention rechtsverpflichtend. Daher ist es höchste Zeit, dass die barrierefreie ambulante ärztliche Versorgung gesetzlich verpflichtend festgeschrieben wird. Die heutige 1. Anhörung im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages nimmt die BAG SELBSTHILFE daher zum Anlass, auf dringend notwendige Nachbesserungen im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hinzuweisen.


„Die flächendeckende Bereitstellung barrierefreier Arztpraxen ist dringend notwendig. Denn  auch wenn die geplante Erhöhung der Anzahl von Sprechstunden, Hausbesuche und eine intensivere Unterstützung seitens der Terminservicestellen für die PatientInnen sehr begrüßenswerte Verbesserungen darstellen, nützen diese gerade auch behinderten und chronisch kranken Menschen gar nichts, wenn ihnen der Zugang zum Beispiel durch bautechnische Barrieren verwehrt bleibt. Daher begrüßt die BAG SELBSTHILFE den Vorschlag des Bundesrates ausdrücklich, die Fördermöglichkeiten für den Ausbau barrierefreier Praxen auf Länderebene auszuweiten“, so Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.

 

Kritisch sieht die BAG SELBSTHILFE die geplante Steuerung der psychotherapeutischen Versorgung durch bestimmte ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen. Statt zu versorgen, erhielten diese für die Vorprüfung des Bedarfs der PatientInnen einen ungeklärten fachlichen Sonderstatus. An der ohnehin schon schlechten Versorgungssituation, in der PatientInnen mit psychischen Erkrankungen lange auf Behandlung warten müssen, ändert das nichts, sondern verschlechtert diese eher noch.

Auch die geplante Einführung von Mehr- und Zusatzleistungen bei von kieferorthopädischen Behandlungen lehnt die BAG SELBSTHILFE ab.

 

„Dadurch wird eine Praxis in das Gesetz aufgenommen, die vielerorts bereits gang und gäbe ist. Dabei hat ein Patient einen Anspruch auf vollständige Kostenübernahme des medizinisch Notwendigen – und zwar ohne Aufzahlungen. Vielmehr ist es notwendig, über eine groß angelegte Nutzenstudie zu klären, in welchen Fällen eine kieferorthopädische Behandlung tatsächlich sinnvoll ist und in welchen sie eher schadet als nutzt“, kritisiert Dr. Martin Danner.

 

Die BAG SELBSTHILFE befürwortet jedoch, dass mit dem sog. Bafög Modell bei Erprobungen weitere Möglichkeiten geschaffen werden, den aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse über Nutzen und Schaden bestimmter Methoden zu ermitteln und dies als Grundlage für Entscheidungen über allgemeine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu nutzen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Regelungen zur Erprobungen und zur Bewertung von Methoden so weiter zu entwickeln, dass zusätzliche Erkenntnisse gewonnen und die Patientinnen und Patienten so in ihrer Entscheidungsfähigkeit gestärkt werden.

 

 

12.04.2018

Verordnung häuslicher Krankenpflege

Unterstützungspflege    -     Kompressionstherapie

 

Im Rahmen der häuslichen Krankenpflege können Vertragsärzte jetzt auch Unterstützungspflege verordnen. Zudem wurde der Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen erweitert. 

 

http://www.kbv.de/html/1150_34615.php

 

https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3190/2017-12-21_HKP-RL_Unterstuezungspflege-Kompressionstherapie_BAnz.pdf

19.12.2017 

Rutschbrett nicht nur für Rollstuhlfahrer/-innen geeignet

 

Das Rutschbrett ist auch aus anderen Bereichen des Umsetzens von behinderten Menschen und älteren Personen bekannt.

Das Rutschbrett wird nach Bedarf einfach ausgeklappt oder aufgesteckt. Im ausgeklappten oder aufgesteckten Zustand ragt es aus dem Auto heraus.

Je nachdem ob es sich um ein steckbares oder klappbares Rutschbrett handelt, kann es während der Fahrt parallel zum Fahrersitz hochkant gestellt (bei einem klappbaren Rutschbrett) oder abgenommen werden (bei einem steckbaren Rutschbrett). Die Steck- oder Klappvorrichtung  wird unter dem Sitz, an der Sitzschiene oder an anderer Stelle befestigt.

 

http://behindertengerechter-autoumbau.de/einstiegshilfe-auto/rutschbrett-rollstuhlfahrer-auto/ 

19.12.2017

Handybar – mobile Ausstiegshilfe


Der Handybar ist bei jeder Form physischer Einschränkung geeignet.

Der Handybar ist ein mobiler Haltegriff, der in der Türöffnung vieler Fahrzeuge angebracht werden kann. Dazu wird die Fahrer- oder Beifahrertür geöffnet. Im Türschweller/Türeinstieg befindet sich die U-förmige-Türverriegelung. Der Metallgriff des Handybar wird in diese U-förmige-Türverriegelung eingeführt und nach unten gedrückt. Nun ist der Handybar fest angebracht und die Person kann sich am aus Plastik geformten Endstück des Handybar abstützen. Sobald man im Auto sitzt, nimmt man den Handybar aus seiner Verankerung raus, verstaut ihn im Fahrzeuginnenraum und schließt wie gewohnt die Tür. Beim Aussteigevorgang wird das Prinzip in umgekehrter Reihenfolge angewendet. Der U-förmige Verriegelungsbügel gehört zu den stabilsten Elementen am Auto. Der Handybar nutzt diese Stabilität für sich als Einsatzstelle. So können Sie sich sicher und einfach beim Ein- und Aussteigen abstützen.

 

http://behindertengerechter-autoumbau.de/einstiegshilfe-auto/handybar-ausstiegshilfe

 

 

08.11.2017

Bundessozialgericht stärkt Rechte von Patienten

Bei Fristüberschreitung seitens der gesetzlichen Krankenkassen gilt Antrag als genehmigt (Pressemitteilung der BAG Selbsthilfe)

 

Nicht selten warteten Patienten bislang bis zu 12 Wochen auf einen Entscheid der gesetzlichen Krankenkassen zur Übernahme einer Behandlung. Dabei muss laut Gesetz innerhalb von drei Wochen über einen Antrag auf Kostenübernahme für eine medizinische Behandlung entschieden werden. Ist ein Gutachten erforderlich, beträgt die Frist fünf Wochen. Entscheidet eine gesetzliche Krankenkasse nicht innerhalb der gesetzlichen Frist über den Antrag eines Versicherten, gilt die geforderte Leistung als genehmigt und kann auch nicht rückgängig gemacht werden. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel nun klargestellt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG SELBSTHILFE) begrüßt diese Entscheidung sehr.

 

„Insbesondere für chronisch kranke und behinderte Menschen ist es zwingend  notwendig, zeitnahe Entscheidungen über die Kostenübernahme von oftmals lebenswichtigen Behandlungen zu treffen und auch Hilfsmitteln zügig zu bewilligen. Denn den betroffenen Menschen ist es sonst nicht möglich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Können Krankenkassen aus verschiedenen Gründen nicht fristgerecht entscheiden, darf das nicht zum Nachteil des Patienten werden“, macht Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE deutlich.

 

Entscheidung des 1. Senat des Bundessozialgerichts vom 7. November 2017 (Aktenzeichen B 1 KR 15/17 R und B 1 KR 24/17 R).

 Anmerkung: Gilt nicht für Reha-Maßnahmen

24.10.2017

Machen Sie aus Ihrem Online-Einkauf eine gute Tat

 

Der Bundesverband Poliomyelitis e. V. hat sich auf dem Portal „Bildungsspender.de“ registrieren lassen.

Zahlreiche Shops und Dienstleister zahlen für jeden Einkauf über Bildungsspender.de eine Vergütung.

Für den Käufer entstehen keine zusätzlichen Kosten.

 

Wenn Sie den Bundesverband Poliomyelitis e. V. und damit auch unsere Regionalgruppe 84 Saar unterstützen wollen, folgen Sie doch bitte diesem Link:

 

https://www.bildungsspender.de/polio

 

 

 

20.04.2017

Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung tritt in Kraft

 

Das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) ist am 11. April 2017 in Kraft getreten. Es sorgt für mehr Qualität bei Hilfsmitteln wie Rollstühlen und Prothesen und unterstreicht die wichtige Rolle der Therapieberufe (z. Bsp. Physiotherapeuten). Die Ausnahmeregelung für einen Leistungsanspruch auf Brillengläser wird ebenfalls erweitert.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

http://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2017/april/hhvg.html